Start

Der SchaubudenSommer ist ein in seiner Form deutschlandweit einzigartiges Festival. Er findet jährlich im Juli elf Tage lang mitten in der Dresdner Neustadt auf der Freifläche hinter dem Kulturzentrum Scheune statt. Die einfache und unwiderstehliche Idee ist die Verbindung von Geselligkeit auf dem einladenden Festplatz und den Angeboten an “Shows” aller Art in Buden, Zelten, im Saal der Scheune und auf dem Dachboden. Das romantische, heutzutage kaum noch bekannte Schaustellerambiente wird dabei zitiert, aber immer wieder ganz neu, ganz anders von wechselnden Künstlern interpretiert.
Jeden Abend stehen zwölf bis fünfzehn verschiedene Shows zur Wahl. Ambitionierte Schaulustige können davon bis zu vier Darbietungen hintereinander erleben und taumeln dann selig in die Mitternachtsshow, wo die Künstler des Abends und spontane Gäste noch übrig gebliebene Energien freudvoll verpulvern!
Beim SchaubudenSommer schieben sich die verschiedensten Eindrücke übereinander und werden zu einem Kaleidoskop der Möglichkeiten: Es gibt Theater, Performance, Tanz, Clownerie, Musik, Installation, Puppenspiel, Kabarett, Multimedia-Projekte und Mischformen all dieser Genres und sparten. Unterhaltung, die unwillkürlich den Blick für Schönheit und Dramatik aufschließt.
Die bildenden und darstellenden Künstler kommen zu einen aus Sachsen, zum anderen buchstäblich aus aller Welt: Australien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Holland, Israel, Italien, Österreich, Russland, Schweden, aus der Schweiz … die Gäste bringen internationales Flair und nehmen Impulse und Kontakte aus Dresden mit nach Hause, es entstehen Kontakte zwischen den Akteuren, die über das Festival weit hinaus reichen. – Und der SchaubudenSommer war immer wieder das erste Sprungbrett für junge Künstler der Region, sich hier ausprobieren und einen Namen machen zu können.
Über vierzehntausend Gäste besuchen mittlerweile an den elf Festivaltagen den Festplatz. Sie sind aufmerksam geworden auf die ungewöhnliche Atmosphäre, schräg, detailverliebt und im besten Sinne: Merkwürdig. Das Gesamtkunstwerk lockt die Menschen an wie ein Inselparadies. Man kann es ohne Scheu betreten, weil alles hier vorsätzlich unvollkommen ist. Sensation und Improvisation halten sich an den Händen. Der SchaubudenSommer weckt und befriedigt kindliche Neugier in den Erwachsenen jeden Alters, berührt also vom Teenager bis zur Rentnerin alle und ist damit eine erfreuliche und notwendige Alternative zur ringsum gepflegten Monokultur. Er ist temporäre Werkstatt, Netzwerk und vor allem: Ein beglückendes Ereignis.
Auch in diesem dreizehnten Jahr wird der SchaubudenSommer nicht “etabliert” sein, und deshalb ein Fixstern im Kulturleben der Region bleiben.
(Den Text schrieb Inka Arlt anlässlich des IX.SchaubudenSommers, er wurde leicht gekürzt und aktualisiert.)
